Staatsanwaltschaft Osnabrück
z.H. Herrn Oberstaatsanwalt Dr. Alexander Retemeyer
Kollegienwall 11
49074 Osnabrück
Amsterdam, 11 april 2026
Akte Zeichen : 10 KLs – 920 Js 7808/12-11/13
Betreff: Zivilklage – Klage auf Schadensersatz gegen die Commerzbank AG
Sehr geehrter Herr Oberstaatsanwalt Retemeyer,
hiermit erhebe ich formell Klage auf Schadensersatz gegen die Commerzbank AG aufgrund grober Fahrlässigkeit, vorsätzlicher Unterlassungen und strukturellem Organisationsversagen, das mir persönlich schwersten Schaden zugefügt hat.
Die Commerzbank AG hat es Dritten ermöglicht, sich unbefugt Zugang zu meinem privaten Konto zu verschaffen, ohne dass jemals eine SEPA-Lastschriftvereinbarung oder ein sonstiges autorisiertes Mandat vorlag. Dieses Verhalten führte direkt zu einer Verurteilung meiner Person, die keinerlei rechtliche Grundlage hatte, und verursachte mir schwerwiegende finanzielle, strafrechtliche und reputationsbezogene Schäden.
1. Klageanträge
Ich beantrage, die Beklagte zu verurteilen:
- allen entstandenen Schaden in voller Höhe zu ersetzen
- Zinsen auf den Schadensbetrag zu zahlen
- sämtliche Kosten des Verfahrens zu tragen
2. Haftungsgrundlagen
- Primär: § 823 BGB – Verletzung von Schutzgesetzen
- Ergänzend: § 280 BGB – Pflichtverletzung
- EU-Recht: PSD2 – verschuldensunabhängige Haftung
Die Haftung stützt sich auf grob fahrlässiges und vorsätzliches Unterlassen wesentlicher Kontroll- und Sicherheitsmaßnahmen durch die Bank.
3. Systemversagen als Haftungskern
Es handelt sich nicht um Einzelfehler, sondern um ein strukturelles, systematisches Versagen innerhalb der Bankorganisation. Wesentliche Kontroll- und Freigabemechanismen wurden unterlassen oder ignoriert, wodurch Dritte unberechtigten Zugriff auf mein Konto erlangen konnten.
4. Schadensdimension
Die Folgen dieses Versagens sind erheblich:
- Wirtschaftlicher Schaden: Verlust von Vermögenswerten, entgangene Zinsen, finanzielle Einschränkungen
- Strafrechtliche Folgen: Verurteilung ohne jede rechtliche Grundlage
- Reputationsschaden: erhebliche Schädigung meines öffentlichen und geschäftlichen Ansehens
- Existenzgefährdung: typische Schadensauswirkungen in Großschadensfällen im Bankensektor
5. Kausalität
Ohne das Verhalten der Commerzbank AG:
- wären die SEPA-Lastschriften nicht durchgeführt worden
- hätte es keine strafrechtliche Verfolgung gegen mich gegeben
- wäre kein Schaden entstanden
6. Schadenshöhe
Die Schadenhöhe wird mindestens im hohen siebenstelligen Bereich beziffert, hilfsweise festzustellen auf €8.000.000, als direkte Folge der groben Fahrlässigkeit und vorsätzlichen Verschleierung von Informationen durch die Commerzbank AG.
Ich bitte die Staatsanwaltschaft Osnabrück höflich um schriftliche Bestätigung des Eingangs dieser Klage und um Mitteilung der vorgesehenen nächsten Schritte. Angesichts der Schwere des Schadens und der systemischen Versäumnisse der Beklagten erwarte ich eine zügige und gründliche Bearbeitung dieser Angelegenheit.
Mit verbindlichen Grüßen
Petrus Egidius Johannes Theodorus Knabben
